Warum dein Leben nicht außergewöhnlich sein muss, um schön zu sein
Kennst du dieses Gefühl? Du öffnest Instagram oder Pinterest und nimmst dir eigentlich nur ein paar Minuten Zeit. Doch plötzlich bist du mitten in den Urlauben anderer Menschen. Du siehst perfekt eingerichtete Wohnungen, beeindruckende Karrieren, romantische Sonnenuntergänge und scheinbar endlose Abenteuer. Und irgendwann legst du dein Handy wieder weg. Du schaust dich in deiner eigenen Wohnung um. Vielleicht wartet noch der Abwasch. Morgen musst du arbeiten. Das Wochenende war schön – aber nicht spektakulär. Und für einen kurzen Moment fragst du dich:
Reicht mein Leben eigentlich?
Ich glaube, diese Frage stellen sich heute mehr Menschen, als wir zugeben. Nicht, weil unser Leben schlechter geworden ist. Sondern weil wir ständig die außergewöhnlichsten Momente anderer Menschen sehen. Und irgendwann beginnen wir, sie mit unserem ganz normalen Dienstag zu vergleichen.
Das Problem ist nicht unser Alltag
Unser Alltag war schon immer gewöhnlich. Das war nie das Problem. Neu ist nur, dass wir ihn heute ständig mit den Highlights anderer Menschen vergleichen können. Früher wusste man oft gar nicht, was Freunde oder Bekannte am Wochenende gemacht hatten. Heute sehen wir nicht nur das Leben unserer Freunde, sondern auch das von Influencern, Prominenten und Menschen aus aller Welt – und zwar genau die Momente, die besonders schön, aufregend oder perfekt wirken.
Wenn wir jeden Tag mit den außergewöhnlichsten Augenblicken anderer konfrontiert werden, ist es kein Wunder, dass unser eigener Alltag manchmal kleiner erscheint, als er tatsächlich ist.
Die meiste Zeit unseres Lebens ist ganz gewöhnlich
Wenn wir ehrlich sind, bestehen unsere Tage meistens aus Dingen, über die niemand einen Beitrag schreibt: Wir stehen auf, trinken Kaffee, arbeiten, kochen, räumen auf. Manchmal telefonieren mit Freunden, wir gehen spazieren, lesen ein paar Seiten in einem Buch.
Das klingt nicht spektakulär. Aber genau daraus besteht unser Leben.
Wenn wir lernen, nur die außergewöhnlichen Momente wertzuschätzen, laufen wir Gefahr, den größten Teil unseres Lebens zu übersehen.
Das Schönste ist oft nicht spektakulär
Wenn ich an die Momente denke, die mir wirklich in Erinnerung geblieben sind, dann waren viele davon erstaunlich unscheinbar:
Ein langer Spaziergang.
Der Geruch von Regen an einem Sommerabend.
Ein Abend mit Menschen, bei denen man einfach man selbst sein kann.
Frische Bettwäsche.
Ein gutes Buch.
Der erste Kaffee an einem freien Morgen.
Ein herzliches Lachen.
Keiner dieser Momente hätte wahrscheinlich viele Likes bekommen. Und trotzdem haben sie sich nach Leben angefühlt. Vielleicht ist Glück gar nicht laut. Vielleicht ist es einfach nur leiser, als wir erwarten.
Vielleicht suchen wir am falschen Ort
Vielleicht glauben wir, Glück müsse immer außergewöhnlich sein. Vielleicht warten wir auf den nächsten Urlaub, den nächsten Erfolg oder das nächste große Ereignis. Doch was passiert mit all den Tagen dazwischen? Mit den hunderten gewöhnlichen Tagen, aus denen unser Leben tatsächlich besteht? Vielleicht liegt die Kunst nicht darin, ein spektakuläreres Leben zu führen. Vielleicht liegt sie darin, das Gewöhnliche wieder sehen zu lernen.
Nicht jeder Tag muss unvergesslich sein. Aber jeder Tag bietet die Möglichkeit, einen kleinen Moment zu entdecken, der gut war.
Mein Wunsch für diesen Blog
Mit Das gewöhnliche Glück möchte ich daran erinnern, dass ein erfülltes Leben nicht aus ständigen Höhepunkten besteht.
Es besteht aus vielen kleinen Momenten. Aus Routinen, Begegnungen, Pausen. Aus Dingen, die wir oft erst dann vermissen, wenn sie nicht mehr da sind.
Ich wünsche mir, dass dieser Blog ein Ort wird, an dem wir den Alltag nicht als etwas betrachten, das wir nur überstehen müssen – sondern als den Ort, an dem unser Leben tatsächlich stattfindet.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Heute musst du nichts Besonderes erleben. Vielleicht reicht es, heute Abend einen Moment zu finden, der unscheinbar war – und trotzdem schön. Denn am Ende besteht unser Leben nicht aus den wenigen außergewöhnlichen Tagen. Es besteht aus all den gewöhnlichen.
Und vielleicht wohnt genau dort das Glück.